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Neue EU-Richtlinie für die verantwortungsvolle Implementierung von KI-Systemen im Journalismus

Der Lenkungsausschuss für Medien und Informationsgesellschaft (CDMSI) des Europarats hat seine „Guidelines on the responsible implementation of artificial intelligence systems in journalism“ am 30. November 2023 verabschiedet. Dies stellt eine EU-weit einheitliche Richtlinie für die verantwortungsvolle Implementierung von KI-Systemen im Journalismus dar, wobei der Schwerpunkt auf dem Schutz und der Förderung von Menschenrechten, professioneller Ethik und der demokratischen Rolle der Medien liegt.

Die umfangreichen Leitlinien behandeln verschiedene Aspekte der Nutzung von KI im Journalismus, einschließlich der Entscheidungsfindung über die Implementierung von KI-Systemen, der Identifizierung und Beschaffung solcher Systeme, der Integration in die professionelle Praxis und der Verantwortlichkeiten gegenüber dem Publikum. Sie bieten auch Anleitungen für externe Technologieanbieter, Plattformen und Staaten, um ein Umfeld zu schaffen, das die verantwortungsvolle Nutzung von KI im Journalismus unterstützt.

Die Dokumentation betont die Bedeutung der Achtung der Menschenrechte, der öffentlichen Werte und der journalistischen Ethik bei der Entwicklung und Anwendung von KI im Journalismus. Sie schlägt vor, dass die Entscheidung zur Implementierung von KI-Systemen nicht nur technologie- oder kommerziell getrieben sein sollte, sondern auch von der Mission geleitet werden sollte, die Ziele und Werte der Nachrichtenorganisation zu erreichen.

Darüber hinaus behandeln die Leitlinien die Rolle von Staaten bei der Schaffung von Rahmenbedingungen, die die verantwortungsvolle Nutzung von KI im Journalismus fördern, einschließlich der Unterstützung von Forschung und Entwicklung sowie der Gewährleistung des Wettbewerbs zwischen Technologieanbietern.

Diese Regeln unterstreichen die Bedeutung der Rolle von Journalismus in der Demokratie und Gesellschaft und betonen, wie KI als Werkzeug eingesetzt werden kann, um diese Rolle zu unterstützen und zu erweitern, indem sie neue Möglichkeiten in Forschung, Datenanalyse und Interaktion bietet.

Die wichtigsten Regeln für Journalistinnen und Journalisten

  1. Demokratische und gesellschaftliche Rolle des Journalismus: Der Journalismus hat eine wichtige demokratische und gesellschaftliche Rolle, die Öffentlichkeit zu informieren und die freie Meinungsbildung zu ermöglichen​​.
  2. Pluralistische Debatte: Der Journalismus soll ein Forum für pluralistische Debatten bieten​​.
  3. Unterstützung durch KI: Künstliche Intelligenz (KI) kann Journalisten in ihrer gesellschaftlichen und demokratischen Rolle unterstützen​​.
  4. Forschung und Datenanalyse: KI kann in der Forschung und Datenanalyse bis hin zur Produktion und Verbreitung von Nachrichten sowie der Interaktion mit dem Publikum unterstützen​​.
  5. Digitale Technologien: Es wird empfohlen, die Chancen digitaler Technologien, einschließlich KI-Systemen, zu nutzen​​.

Das Dokument enthält jedoch detailliertere Informationen und möglicherweise zusätzliche Richtlinien und Grundsätze. Um sicherzustellen, dass alle relevanten Regeln berücksichtigt werden, wäre es am besten, das gesamte Dokument durchzugehen und die vollständige Liste der Empfehlungen und Best Practices zu überprüfen.

  1. Technologieanbieter: Sie sollten ausreichende Vorwarnzeiten und Informationen über Produktänderungen oder Änderungen der KI-Infrastruktur und Software bereitstellen. Kleine Änderungen können manchmal große Auswirkungen auf die redaktionelle Autonomie der Nachrichtenorganisationen haben​​.
  2. Plattformen: Diese, die Nachrichten verbreiten oder vermitteln, spielen eine wichtige Rolle bei der verantwortungsvollen Implementierung von KI-Systemen im Journalismus. Sie sollten unter anderem darauf achten, dass Inhalte für alle leicht zu finden und als vertrauenswürdige Quellen anerkannt sind, den Zugang zu Nachrichten nicht aufgrund politischer oder anderer Meinungen einschränken und Transparenz über ihre Systeme zur Personalisierung der Nachrichtenlieferung erhöhen​​.
  3. Verpflichtungen der Staaten: Staaten haben eine positive Verpflichtung, günstige Bedingungen für die Verwirklichung der Menschenrechte und Medienpluralismus zu schaffen. Dazu gehören die Diversifizierung von Finanzierungssystemen zur Unterstützung von Projekten zur Entwicklung verantwortungsvoller journalistischer KI-Systeme und die Förderung des Zugangs und der Wahlmöglichkeiten zwischen Technologieanbietern, die journalistische Werte und Menschenrechte respektieren und fördern​​.
  4. Beschaffungsrichtlinien: Staaten sollten unabhängige Aufsichtsbehörden, Nachrichtenmedien und Selbstregulierungsorgane ermutigen, Beschaffungsrichtlinien zu entwickeln, die standardisierte Klauseln für die verantwortungsvolle Beschaffung journalistischer KI-Systeme enthalten. Dies kann kleineren und lokalen Medienorganisationen helfen und ihre Verhandlungsmacht gegenüber Technologieanbietern stärken​​.
  5. Pflichten der Plattformen: Plattformen sollten genügend Daten öffentlich zugänglich machen, um eine unabhängige Prüfung zu ermöglichen, die etwaige diskriminierende oder problematische Ansätze in Entscheidungen zur Inhaltsbeschränkung identifiziert. Sie sollten auch Inhaltsmoderation transparent gestalten, um zwischen illegalen Inhalten und legalen, aber schädlichen Inhalten zu unterscheiden​​.
  6. Medien- und Informationskompetenz: Medien- und Informationskompetenzprogramme sollten Nutzer dabei unterstützen, die Online-Infrastruktur und -Wirtschaft zu verstehen und wie Technologie ihre Entscheidungen in Bezug auf Medien beeinflussen kann​​.
  7. Wahrung der Privatsphäre und des Datenschutzes der Nutzer: Es sollte sichergestellt werden, dass die Sammlung und Verarbeitung von Daten im Einklang mit internationalen Standards zum Schutz personenbezogener Daten steht und dass Transparenz über die Verwendung von Daten für journalistische Zwecke herrscht​​.

Im Grunde ist das Dokument ein umfassender Leitfaden für die Implementierung von KI im Journalismus, mit dem Ziel, die positiven Möglichkeiten der Technologie zu nutzen und gleichzeitig mögliche Risiken und negative Auswirkungen zu minimieren.

Kai Spriestersbach

Kai Spriestersbach

Kai Spriestersbach ist erfolgreicher Unternehmer und digitaler Stratege mit einem Master-Abschluss in Web Science. Er ist Inhaber von AFAIK und WebmasterPro und verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung im Aufbau und der Optimierung von webbasierten Geschäftsmodellen. Als einer der erfahrensten Search Marketing Experten im deutschsprachigen Raum hat er mehr als 25 Vorträge auf SEO- und Online-Marketing-Konferenzen in Deutschland und Österreich gehalten. In den letzten Jahren hat er sich intensiv mit Large Language Models beschäftigt und sich als Experte für die Textgenerierung mit Hilfe künstlicher Intelligenz etabliert. Seine Karriere begann er mit einer Ausbildung zum Mediengestalter (IHK), bevor er den Bachelor of Science (B.Sc) in E-Commerce absolvierte. Anschließend erwarb er den Master of Science (M.Sc) in Web Science und forscht aktuell an der RPTU im Bereich angewandter generativer KI.

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