Du fragst ChatGPT nach Anbietern in deinem Markt. Zwei Wettbewerber tauchen auf, dein Unternehmen fehlt. Das ist ein guter Anlass, genauer hinzuschauen. Für eine Diagnose reicht diese eine Antwort allerdings noch nicht.
Wenn dein Unternehmen in ChatGPT gefunden werden soll, prüfe die konkrete Kundenfrage, verfügbare Informationen, technische Zugänglichkeit und relevante externe Quellen. Diese Arbeit kann Informationslücken schließen und Hindernisse für die Webrecherche beseitigen. Eine bestimmte Nennung oder Empfehlung lässt sich damit nicht bestellen.
Ich würde den Einstieg deshalb als Untersuchung behandeln: Wo fehlt dein Unternehmen, welche Aussagen liegen der Antwort zugrunde und welchen konkreten Befund kannst du bearbeiten? Daraus wird eine Arbeitsliste, mit der dein Team etwas anfangen kann.
Lege fest, was „gefunden werden“ bedeutet
Unterscheide zuerst drei Situationen. Jemand fragt gezielt nach deinem Unternehmen. Jemand sucht nach einer Lösung, ohne deine Marke zu kennen. Oder jemand vergleicht dich bereits mit anderen Anbietern. Die benötigten Informationen unterscheiden sich: Unternehmensdaten, Eignung für einen Bedarf oder konkrete Vergleichskriterien.
Beschreibe auch das gewünschte Ergebnis genauer. Nennung, Quellenverweis und Empfehlung sind unterschiedliche Beobachtungen. Deine Website kann verlinkt werden, ohne dass dein Angebot empfohlen wird. Dein Angebot kann empfohlen werden, während der Beleg auf einer anderen Website steht. Wenn du alles zusammenzählst, bleibt unklar, welches Problem du eigentlich beheben möchtest.
Verstehe die drei Wege in eine Antwort
In unserem Buch „SEO für KI“ beschreiben Stefan Gehle und ich drei Wege: ChatGPT kann deine eigene Seite als Quelle nutzen, Informationen aus einer Fremdquelle heranziehen oder deine Marke aus dem gelernten Modellwissen nennen. Nicht jede Antwort entsteht durch eine aktuelle Webrecherche.
Das ist für die Diagnose entscheidend. Eine neue Produktseite verändert nicht unmittelbar das gelernte Wissen eines Modells. Ein technischer Fehler auf deiner Website kann ihre Verwendung als Webquelle behindern, erklärt aber nicht automatisch jede fehlende Markennennung. Dokumentiere daher, ob eine Websuche sichtbar stattgefunden hat und welche Quellen angezeigt werden. Das ist eine Beobachtung der Oberfläche, kein vollständiger Einblick in die interne Verarbeitung.
Beginne mit realistischen Kundenfragen
„Nenne die besten Unternehmen unserer Branche“ ist ein schneller Test. Es fehlen aber möglicherweise genau die Bedingungen, nach denen deine Kunden entscheiden: Standort, Teamgröße, Anwendungsfall, Budget oder besondere Anforderungen.
Ein fiktiver Anbieter für Wartungssoftware könnte etwa diese Frage untersuchen: „Welche Wartungssoftware passt zu einem mittelständischen Produktionsbetrieb, der bisher mit Excel arbeitet?“ Eine Folgefrage wäre: „Welche dieser Lösungen unterstützt den Datenimport und unsere benötigten Schnittstellen?“ Ein weiterer Schritt könnte den Einführungsaufwand betreffen.
Diese Fragen beschreiben unterschiedliche Informationsbedürfnisse. Halte sie getrennt fest, einschließlich des Gesprächsverlaufs. Nutze reale Fragen aus Vertrieb und Support als Ausgangspunkt. Wenn du Fragen mithilfe einer KI ergänzen lässt, behandle sie als Vorschläge. Der Beitrag zur Prompt-Recherche erklärt, wie daraus ein brauchbares Set entsteht.
Prüfe die technische Zugänglichkeit der wichtigen Seiten
OpenAI unterscheidet mehrere Zugriffsarten. OAI-SearchBot ist für die Suche zuständig; GPTBot betrifft mögliches Modelltraining. Die Einstellungen sind voneinander unabhängig. ChatGPT-User kann bei nutzerinitiierten Abrufen auftauchen. Die aktuelle Zuordnung steht in der offiziellen Crawler-Dokumentation.
Für die Sichtbarkeit in der Websuche solltest du deshalb nicht pauschal „alle KI-Bots“ behandeln. Lass an einer konkreten Angebotsseite prüfen, ob gewünschte Suchzugriffe durch robots.txt, Hosting oder Sicherheitsdienste behindert werden. Die Entscheidung über Trainingszugriffe ist eine eigene Abwägung.
Kontrolliere außerdem, ob die entscheidenden Informationen im ausgelieferten Inhalt tatsächlich ankommen. Eine Seite kann im Browser vollständig aussehen und beim automatisierten Abruf nur eine Ladeanzeige enthalten. Der Aufruf der Startseite sagt zudem wenig über die relevanten Unterseiten aus.
Eine technische Diagnose sollte konkret enden: betroffene URL, untersuchter Abruf, festgestelltes Hindernis und verantwortliche Person. Ein Bot-Zugriff im Serverprotokoll zeigt zunächst einen Abruf. Er beweist weder die Verwendung in einer Antwort noch eine Empfehlung.
Kann man die Eignung deines Angebots beurteilen?
Lies die betreffende Seite mit der Kundenfrage vor Augen. Erfährst du, für wen das Angebot gedacht ist, welche Voraussetzungen gelten und wo seine Grenzen liegen? Sind die wichtigen Angaben aktuell und nachvollziehbar? Eine übersichtliche Gliederung hilft beim Finden dieser Informationen; sie ersetzt die Informationen selbst nicht.
Im fiktiven Softwarebeispiel wäre ein allgemeines Effizienzversprechen wenig hilfreich. Konkrete Angaben zu Datenimport, Schnittstellen und Einführung würden die Auswahl besser unterstützen. Für jedes wichtige Kriterium kannst du festhalten: Erfüllen wir es tatsächlich? Steht es verständlich auf unserer Seite? Gibt es einen überprüfbaren Beleg?
Ergänze zuerst fehlende oder falsche Angaben an der passenden bestehenden Seite und lass sie fachlich prüfen. Damit verbesserst du die Entscheidungsgrundlage. Ob sich anschließend die beobachteten KI-Antworten verändern, ist eine gesonderte Frage.
Untersuche die Quellen außerhalb deiner Website
Öffne die angezeigten Quellen deiner Testantworten. Welche Anbieter werden dort beschrieben? Welche Kriterien sind wichtig? Ist dein Unternehmen korrekt eingeordnet, fehlen entscheidende Angaben oder sind Informationen veraltet?
Daraus können unterschiedliche Aufgaben entstehen: ein falsches Profil berichtigen, einem Partner aktualisierte Produktdaten liefern oder einen fachlich passenden Beitrag vorbereiten. Wähle Quellen nach ihrer Relevanz für die untersuchte Frage. Ein allgemeines Ranking häufig zitierter Websites ersetzt diese Prüfung nicht.
Halte außerdem fest, wer den Inhalt verantwortet. Ein eigener Beitrag auf einer fremden Plattform ist deine Veröffentlichung. Eine bezahlte Kooperation ist keine unabhängige Empfehlung. Bei redaktionellen Quellen liegt die Entscheidung über Erwähnung und Bewertung beim jeweiligen Medium.
Halte den Ausgangsstand fest und prüfe erneut
Dokumentiere die vollständige Frage, System, sichtbare Modellangabe, Datum, Sprache, Suchmodus und Gesprächskontext. Sichere Antwort und angezeigte Quellen. Erfasse Nennung, Quellenverweis, Empfehlung und sachliche Fehler getrennt. Wiederhole die ausgewählten Fragen unter vergleichbaren Bedingungen und vermerke Änderungen der Testbedingungen.
Für deine erste Arbeitsliste reichen drei Bereiche: technische Hindernisse, fehlende Angebotsinformationen und relevante externe Quellen. Zu jeder Aufgabe gehören Befund, Änderung, Zuständigkeit und Prüftermin. Kontrolliere zuerst, ob die Änderung korrekt umgesetzt wurde; untersuche danach mögliche Veränderungen in den Antworten.
Die GEO-Checkliste hilft beim Priorisieren, der Messleitfaden bei der Auswertung. So hast du nach dem ersten Durchgang einen dokumentierten Ausgangsstand und konkrete nächste Schritte. Eine garantierte ChatGPT-Empfehlung ergibt sich daraus nicht.
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