Wie zitiere ich im Usenet? - Zitatzeichen ("Quotezeichen")
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Ein Größerzeichen (»>«). Dies wird von so gut wie jedem Newsreader als
solches erkannt und ist auch in technischen (Son-of-RFC 1036 und Nachfolger) und
sozialen Regeln (Netiquette) so erwähnt.
An diesem Punkt scheiden sich die Geister. Die einen finden es ästhetischer,
wenn nach jedem Zitatzeichen ein Leerzeichen eingefügt wird. Dem wird
entgegengehalten, daß dadurch beim Zitieren schon zwei Zeichen einer Zeile
verlorengehen und so bei mehrfachem Zitieren die 80 Zeichen/Zeile schneller
erreicht werden. Andererseits ist es selten notwendig, mehr als zwei oder
drei Vorredner zu zitieren.
Anderen gefällt es besser, wenn der zitierte Text direkt an das Quotezeichen
anschließt. Hier gibt es aber wieder Leute, die den zitierten Text als an das
Quotezeichen »angeklatscht« und schwieriger zu lesen finden. Als Nachteil
wird von manchen auch angesehen, daß so eine Ganzwörtersuche mit Newsreadern,
die eine solche nicht von vornherein unterstützen, schwieriger ist.
Einen Kompromiß stellt die Lösung dar, aufeinanderfolgende Zitatzeichen ohne
Leerzeichen darzustellen und erst zwischen dem letzten Quotezeichen und dem
zitierten Text ein Space einzufügen. Als Nachteil dieser Zitierform wird
teilweise empfunden, daß das Zitatzeichen bei übernommenen Zitaten gegenüber
der Einleitung des Zitats nach links eingerückt ist, so daß für dieses Zitat
kein einheitlicher linker Rand besteht.
Welche Lösung man letztlich bevorzugt, hängt vom eigenen ästhetischen
Empfinden ab; sämtliche drei beschriebenen Formen kommen im Usenet vor und
werden von ihren Verwendern in den immer wieder auftretenden Diskussionen
mehr oder weniger heftig verteidigt.
- Aus Platzgründen. Daß das bei wenigen hintereinandergeschachtelten
Antworten nicht so schlimm ist, leuchtet ein. Es kommt aber durchaus
vor, daß vier, fünf, sechs oder noch mehr Ebenen zitiert werden (wer
das nicht glaubt, sollte mal in die Newsgroup
de.talk.bizarre schauen). In der
Regel wird aber von den Autoren rechts nicht so viel Platz gelassen,
daß deren Text dann auch noch auf einem 80-Zeichen/Zeile-Terminal
dargestellt werden kann.
Diesem Punkt wird oft von den Befürworten von Initialen widersprochen,
denn die korrekte Verwendung sehe keine Verschachtelung von
Zitierebenen hintereinander vor. Vielmehr bekämen alle Zitate die
Initialen ihrer Urheber auf derselben Ebene.
Dem ist zweierlei entgegenzuhalten: Zum einen ist auf diese Weise oft
überhaupt nicht mehr nachzuvollziehen, in welcher Reihenfolge wer was
geschrieben hat, ohne sich die Vorgängerartikel zu holen. Zum anderen
geht die Nicht-Verschachtelung zum Teufel, sobald auch nur eine Person
antwortet, die einen Newsreader einsetzt, die mit den Initialen nichts
anfangen kann. Und solche Newsreader dürften in einer überwältigenden
Mehrheit sein.
- Weil es im Usenet keinen Sinn hat. Wer soll denn bitte »P« oder von mir
aus auch »DN« sein? Was meinst Du, auf wie viele der hunderttausenden
Usenet-Leser »DN« paßt? In einer Mailbox geht das in Ordnung, da werden
gleiche Kombinationen mangels Masse nicht so häufig auftreten.
- Weil es hier so üblich ist. Das mag ein schwaches Argument sein,
dennoch ist es schwierig, sich ein einmal angewöhntes »Look-And-Feel«
wieder abzugewöhnen. Vor allem, wenn »>« und »DN>« durcheinander
verwendet wird, fällt es schwer, alles nachzuvollziehen. Weil man es
nicht gewohnt ist, braucht man länger zum Lesen, da man quasi dauernd
über die »merkwürdige« Zitatweise stolpert -- für Vielleser häufig ein
Grund, einen Artikel gar nicht erst zuende zu lesen.
- Weil es die automatische Zeilenumbruchfunktion von Newsreadern
durcheinanderbringen kann. Manche Newsreader formatieren bei überlangen
Zeilen den Text automatisch so neu, daß er in die definierte
Zeilenbreite paßt. Dabei orientieren sie sich an den bisherigen
Quotezeichen, um die einzelnen Quoteebenen wieder rekonstruieren zu
können. Initialen vor einem Quotezeichen sind aber nicht eindeutig als
solche zu erkennen, sondern könnten auch normaler Text sein.
- Viele Newsreader können heute zitierten Text besonders hervorheben,
indem sie diesen in einer anderen Farbe oder mit einem anderen
Schriftstil darstellen. Dazu ist aber eine möglichst eindeutige
Kennzeichnung notwendig. Oft wird von bestimmten »Standardzeichen«
ausgegangen, die ein Zitat kennzeichnen sollen (»>«, »:«, »|«, »<«,
»#« etc.). In der Regel gehen die Programme außerdem davon aus, daß
eine Zeile, die mit einem Buchstaben beginnt, eine Text-Zeile ist und
nehmen daher diese Hervorhebung bei mit Initialen eingeleiteten Zitaten
oft nicht vor.
- Und schließlich ist es eigentlich eine Sache der Präsentation des
Newsreaders beim Leser. Wenn es dem Leser gefällt, kann er sich --
ein passendes Programm vorausgesetzt -- Initialen anzeigen lassen.
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