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Wie zitiere ich im Usenet? - Zitieren und antworten

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2. Zitieren und antworten

2.1 Wieviel soll ich zitieren?

Es ist nicht nötig, den gesamten Text des Vorredners zu zitieren. Zitate sollen in erster Linie einen Bezugspunkt darstellen, der den Mitlesenden einen schnellen Wiedereinstieg in den Thread ermöglicht. Sie sind nicht dazu gedacht, den vorangegangenen Artikel noch einmal zu veröffentlichen.

Im Normalfall reicht es daher völlig aus, genau die Aussage stehen zu lassen, auf die man sich beziehen möchte. Die Mitlesenden sind entweder ohnehin darüber im Bilde, worum es in der Diskussion geht, oder in der Lage, den vorangegangenen Artikel anhand der Bezüge (References) zu finden und selber komplett zu lesen. Für das Verständnis der Aussagen ist das Lesen der vorangegangenen Artikel sowieso häufig nötig, da sie aufeinander aufbauen und gelegentlich sogar nur in diesem Kontext Gültigkeit besitzen.

Durch sparsames Zitieren wird auch die Lesbarkeit deutlich verbessert, insbesondere bei längeren Artikeln. Lange Zitate erschweren die Übersicht und das Auffinden Deines eigenen Textes. Nicht selten führen sie dazu, daß ein Artikel gar nicht bis zum Ende gelesen wird; wer sucht schon lange nach Neuem in einem Text, den er schon kennt?

Auf der anderen Seite sollte ein Zitat nicht so knapp ausfallen, daß die Aussage des Autors unklar wird oder gar in einem völlig anderen, falschen Licht erscheint.

2.2 Was sollte ich nicht zitieren?

Text, auf den Du nicht eingehst, solltest Du löschen. Damit reduzierst Du den Leseaufwand bei Deinen Lesern, die nun auch nicht mehr Deine Antwort zwischen schon bekanntem Text suchen müssen. Außerdem sparst tausenden von Servern Übertragungs- und Speicherkapazität.

Signaturen haben normalerweise nichts mit dem eigentlichen Artikel Deines Vorredners zu tun, und in aller Regel wirst Du auch nicht darauf eingehen. Deshalb sollen Signaturen nicht zitiert werden. Gute Newsreader schneiden Signaturen (auf Wunsch) beim Antworten ohnehin automatisch ab -- jedenfalls dann, wenn sie »korrekt« durch zwei Minuszeichen und ein Leerzeichen in einer eigenen Zeile vom Rest des Artikels abgesetzt sind.

2.3 Warum soll ich meine Antwort nach dem Zitat plazieren?

Die normale Leserichtung ist von links nach rechts und von oben nach unten, und man erwartet in dieser Richtung auch eine zeitliche und logische Abfolge in den Texten, die man liest. Vor allem Leser, die eine Menge von Artikeln lesen (und damit, nebenbei bemerkt, ideale Antwortgeber sind), schätzen es sehr, wenn sie zuerst den Text lesen können, auf den Du Dich beziehst. Das Zitat dient hier als Erinnerungshilfe, die natürlich dann nicht gegeben ist, wenn Du das Zitat ans Ende stellst.

Außerdem ist es hier so üblich. Das mag ein schwaches Argument sein. Aber weil es ungewohnt ist, wundert man sich als Leser, worauf sich der Autor bezieht, blättert ein wenig vor und wieder zurück, vielleicht holt man sich den referenzierten Artikel, weil man das Ende noch nicht lesen will, kurz: man braucht länger zum Lesen -- für Vielleser häufig ein Grund, einen Artikel gar nicht erst zuende zu lesen, wenn der Zusammenhang nicht klar ist.

Und jetzt mal ehrlich: sieht das nicht auch ein wenig bescheuert aus und ist man nicht verwundert, wenn man erst die Antwort erhält und dann die Frage gestellt bekommt? (Mal abgesehen von irgendwelchen Gameshows, wo das üblich ist.)

Weiterhin spart Dir (ja: Dir) diese Art des Zitierens Zeit: Du brauchst nicht zu wiederholen, was Dein Vorredner geschrieben hat, um den Zusammenhang klar zu machen. Du stellst Deine Antwort einfach hinter das, was Du kommentieren willst, und sofort weiß jeder, worauf Du Dich beziehst. Dadurch wird Dir zudem klar, auf welche Teile Du Dich nicht beziehst und kannst den entsprechenden Text einfach löschen.

Also: Durch dieses Verfahren sparst Du Zeit, sparen Deine Leser Zeit, und auf vielen Newsservern wird Speicherplatz und Übertragungskapazität gespart. Genial, was man mit so simplen Methoden alles sparen kann, nicht wahr?

2.4 Aber mein Newsreader plaziert den Cursor über dem zitierten Text.

Ja. Damit Du die Möglichkeit hast, von oben nach unten den Text durchzugehen und nicht benötigte Teile zu löschen. Und natürlich, damit Du an den richtigen Stellen Deine Antwort einfügen kannst, denn von allein kann Dein Newsreader ja nicht wissen, auf was Du eingehen willst.

2.5 Warum soll ich den Originalartikel nicht am Ende anhängen?

Die meisten Menschen lesen einen Artikel von oben nach unten. (Du nicht?) Oft ist das Ende eines Artikels nicht auf dem Bildschirm oder im Fenster zu sehen. Wenn Du den kompletten Artikel Deines Vorredners am Ende Deines Postings anhängst, können viele Leute nicht abschätzen, ob Du noch etwas dazu schreibst oder nicht. Deshalb müssen sie erst bis zum Ende durchblättern, um festzustellen, daß da doch nichts neues mehr kommt. Das ist gerade für Vielleser ärgerlich. Bedenke: auch das Überfliegen eines Artikels bis zum Ende kostet Zeit, und nicht nur der einzelne, sondern alle Artikel zählen.

Außerdem widerspricht das Anhängen des kompletten Vorgängerartikels dem Prinzip, nur das zu zitieren, worauf man sich bezieht. Abgesehen davon muß ja nicht jeder Artikel x-mal (nämlich in jeder Antwort und jeder darauf folgenden Antwort usw.) neu verbreitet werden; die Übertragungs- und Speicherungskosten würden innerhalb kürzester Zeit explodieren.

2.6 Eine Leerzeile zwischen zitiertem und eigenem Text? Wozu?

Zwischen zitiertem und eigenem Text eine Leerzeile einzufügen, hilft dem Leser, beides voneinander zu trennen und leichter aufzufinden. Keiner sucht gerne die Antwort in einem Text, den er schon kennt. Nicht jeder Newsreader oder jedes Terminal ist in der Lage, zitierten Text farblich oder durch anderen Schriftstil von der Antwort abzusetzen; aber selbst wenn eine solche Kennzeichnung vorgenommen wird, ist es für das Auge einfacher, wenn auch noch ein Leerraum dazwischen liegt.

2.7 Wie kennzeichne ich ausgelassenen Text?

Ausgelassenen Text sollte man mit der Zeichenfolge [...] oder (...) kennzeichnen. Die erste Variante ist dabei weiter verbreitet.

Die meisten Antwortenden löschen jedoch einfach die Zeilen aus dem Artikel ihres Vorredners, auf die sie sich nicht beziehen wollen oder die nicht zur Wahrung des Zusammenhangs notwendig sind, ohne dies näher zu kennzeichnen. Dies ist selten unhöflich gemeint, sondern spart dem Antwortenden Zeit. Den Originalkontext kann jeder Leser über die Bezüge (»References«) wiederherstellen.

Läßt man Teile von Sätzen weg, sollte man dies aber auf jeden Fall wie oben beschrieben markieren.

2.8 Darf ich zitierten Text neu formatieren?

Ja. Allerdings gibt es einige Menschen im Netz, die ein solches Umformatieren unhöflich finden oder gar als »Quotemardern« bezeichnen. Solange jedoch nur neu formatiert und die Aussage des Vorredners nicht durch Auslassungen verändert wird, gehen solche Anwürfe meist an der eigentlichen Diskussion vorbei und sollten keine Beachtung finden. Schließlich kann die Originalformatierung einfach über die Bezüge nachgelesen werden. Und in Büchern und Zeitschriften zitiert man ja auch nicht, indem man das Original in der Formatierung 1:1 übernimmt.

Achte aber bei der Umformatierung darauf, daß die Zitatzeichen am linken Rand erhalten bleiben.

2.9 Und wie sieht das mit Verbessern von Rechtschreibfehlern aus?

Im allgemeinen lautet die Antwort: Laß es lieber sein. Auch wenn es gut gemeint ist, viele Leute fühlen sich bevormundet, wenn Du an ihren Texten "Verbesserungen" anbringst. Manchmal ist ein Schreibfehler auch Absicht, etwa wenn jemand statt »falsch« »flasch« schreibt.

Und wenn man es genau nimmt, handelt es sich dann auch nicht mehr um ein Zitat.

2.10 Was ist mit »kaputten« Umlauten?

Manche Newsreader sind nicht in der Lage, Umlaute darzustellen oder quoted-printable-kodierte Umlaute (z. B. =E4) in lesbare Zeichen umzusetzen. Manchmal passiert es auch, daß ein Artikel mit defekten Umlauten (etwa v für ö oder á für ß) ankommt. In diesen Fällen sollte man diese »kaputten« Umlaute durch ihre Umschreibung oder »richtige« Umlaute ersetzen. Die Leser Deines Artikels werden es Dir danken.


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