Wie zitiere ich im Usenet?
Von Dirk Nimmich
$Revision: 2.4 $
Dieser Text beschreibt allgemeine Zitiergewohnheiten (»quoten«) im
Usenet. Die dabei gemachten Äußerungen und Erläuterungen basieren
dabei auf Erfahrungen des Autors. Der Text ist in der jeweils
aktuellen Fassung auch im WWW unter dem URL
abrufbar.
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Inhaltsverzeichnis
1. Zitateinleitung
1.1 Wie leite ich ein Zitat ein?
1.2 Was soll ich in die Einleitung aufnehmen, was nicht?
2. Zitieren und antworten
2.1 Wieviel soll ich zitieren?
2.2 Was sollte ich nicht zitieren?
2.3 Warum soll ich meine Antwort nach dem Zitat plazieren?
2.4 Aber mein Newsreader plaziert den Cursor über dem zitierten Text.
2.5 Warum soll ich den Originalartikel nicht am Ende anhängen?
2.6 Eine Leerzeile zwischen zitiertem und eigenem Text? Wozu?
2.7 Wie kennzeichne ich ausgelassenen Text?
2.8 Darf ich zitierten Text neu formatieren?
2.9 Und wie sieht das mit Verbessern von Rechtschreibfehlern aus?
2.10 Was ist mit »kaputten« Umlauten?
3. Zitatzeichen ("Quotezeichen")
3.1 Welches Zeichen soll ich als Quotezeichen verwenden?
3.2 Soll ich ein Leerzeichen nach dem Quotezeichen einfügen?
3.3 Warum sind Initialen als Quotezeichen nicht sinnvoll?
4. Wie zitiere ich aus anderen Quellen?
5. Danksagungen
6. Urheberrechtshinweis
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1. Zitateinleitung
1.1. Wie leite ich ein Zitat ein?
Viele Newsreader ermöglichen es, eine Art Schablone zu definieren, die
am Anfang eines (Antwort-) Postings automatisch eingefügt wird. Oft
findet man dann zig Zeilen lange Einleitungen folgender Art:
Der Benutzer *Aqua Blubb*
mit der E-Mailadresse *aqua@blubb.blubber.de*
äußerte sich am *Montag, dem 13. Oktober 1753*
zum Thema *Wasserblasen im Aquarium*
wie folgt:
Diese Romane, oft auch in einen (aus Sicht des Autors) mehr oder
weniger witzigen Satz eingebettet, sind völlig ungeeignet, die hier
übliche Zitattechnik nach folgendem Muster zu verwenden:
Nutzer C. schrieb:
> Nutzer B. schrieb:
> > Nutzer A. schrieb:
> > > blablabla
> > blubberblubber
> laberlaber
Jedem Nutzer kann hier eindeutig sein Geschreibsel zugeordnet werden,
indem man die Zitatzeichen am Anfang zählt (Einrückungen wie diese
erleichtern die Zuordnung). Jedesmal wird dafür nur eine einzige Zeile
verbraucht. Damit bekommt man schnell einen Überblick darüber, um
welche Autoren und um welche Äußerungen aus vorangegangenen Postings
es geht.
Der Anfang des Postings ist ausschlaggebend dafür, daß weitergelesen
wird. Wenn dort bereits die Hälfte der ersten Bildschirmseite mit
Müll (oder vielleicht abgeschwächter: uninformativem Text) gefüllt
ist, lesen viele erst gar nicht weiter.
Abgesehen davon sind die gebräuchlichen »witzigen« Einleitungen
spätestens beim dritten oder vierten Posting jedem bekannt und danach
meist gar nicht mehr so witzig.
Deshalb sollte die Einleitung eines Zitats sich auf das wesentliche
beschränken und höchstens eine Zeile umfassen.
1.2. Was soll ich in die Einleitung aufnehmen, was nicht?
Die meisten Angaben, die man normalerweise in einer Antwort macht,
sind schon im Kopf eines jeden Postings vorhanden. Im allgemeinen
reicht es deshalb, wenn man in der Einleitungszeile einfach nur den
Namen des Autors aufnimmt, den man zitiert. Viele Menschen nehmen hier
auch oder alternativ die E-Mail-Adresse des Autors auf. Da man es hier
aber mit Menschen zutun hat und man sich auch eher Namen als E-Mail-
Adressen merken kann, ist der Name des Autors jedoch sinnvoller.
Darüber hinaus haben einige Leute mehrere E-Mail-Adressen, von denen
sie aus posten. Manchmal stimmt diese Adresse auch nicht, sondern nur
die zusätzlich angegebene Antwort- (Reply-To-) Adresse, so daß die
Angabe der E-Mail-Adresse aus dem Absender- (From-) Feld in die Irre
führen kann.
Das Aufführen der Message-Id ist nicht notwendig, weil diese schon
automatisch im Kopf der Nachricht in den References (Bezügen)
auftaucht. Einige Usenetteilnehmer führen diese trotzdem auf, weil es
Gateways zu Netzen gibt, in denen eine solche Bezugsverkettung
unbekannt ist.
Auch die Newsgroup, in die die Antwort gepostet wird, ist bereits im
Header eingetragen, so daß sie normalerweise nicht mehr extra erwähnt
werden muß. Bei Crosspostings in eine neue Newsgroup ist es jedoch
sinnvoll, den Ursprung der Nachricht doch aufzuführen, um den Lesern
das Nachvollziehen der gesamten Diskussion zu erleichtern.
Der Betreff, auch Subject genannt, wird dem Benutzer schon in der
Artikelübersicht und oft auch in der Kopfzeile des Bildschirms oder
Fensters angezeigt. Er braucht deshalb nicht noch einmal in der
Zitateinleitung wiederholt werden.
Das Datum des Artikels, auf den man sich bezieht, hat in der Regel
keinen zusätzlichen Informationswert für den Leser der Antwort.
Normalerweise antwortet man ohnehin auf Postings, die in den
vergangenen Tagen geschrieben wurden, so daß er den Lesern noch
einigermaßen präsent sein dürfte; der Interessierte kann sich das
Absendedatum des Originals auch über die Kommentarverkettung selbst
besorgen. Lediglich bei Antworten auf ältere Artikel ist es sinnvoll,
das Datum des Ursprungsartikels einzufügen, um auch einen zeitlichen
Zusammenhang herzustellen.
Der Eintreffzeitpunkt des Ursprungsartikels beim Autor der Antwort
interessiert so gut wie keinen. Das Erstellungsdatum der Nachricht
braucht, ebenso wie der Ort, nicht extra im Text erwähnt werden. Beide
sind bereits im Kopf der Nachricht enthalten (Datum) oder können dort
bequem untergebracht werden (Ort in der Organization:-Zeile
eintragen).
Im allgemeinen reicht es also aus, ein Zitat einfach mit
Vorname Name schrieb:
einzuleiten. Bei Crosspostings und Umleiten der Antworten in eine
andere Newsgroup (Followup-To) fügt man noch die Ursprungsnewsgruppe
ein, um den Lesern der neu hinzugekommenen Newsgroup die
Zurückverfolgung der Diskussion zu erleichtern:
Vorname Name schrieb in de.alte.newsgroup:
2. Zitieren und antworten
2.1. Wieviel soll ich zitieren?
Es ist nicht nötig, den gesamten Text des Vorredners zu zitieren.
Zitate sollen in erster Linie einen Bezugspunkt darstellen, der den
Mitlesenden einen schnellen Wiedereinstieg in den Thread ermöglicht.
Sie sind nicht dazu gedacht, den vorangegangenen Artikel noch einmal
zu veröffentlichen.
Im Normalfall reicht es daher völlig aus, genau die Aussage stehen zu
lassen, auf die man sich beziehen möchte. Die Mitlesenden sind
entweder ohnehin darüber im Bilde, worum es in der Diskussion geht,
oder in der Lage, den vorangegangenen Artikel anhand der Bezüge
(References) zu finden und selber komplett zu lesen. Für das
Verständnis der Aussagen ist das Lesen der vorangegangenen Artikel
sowieso häufig nötig, da sie aufeinander aufbauen und gelegentlich
sogar nur in diesem Kontext Gültigkeit besitzen.
Durch sparsames Zitieren wird auch die Lesbarkeit deutlich verbessert,
insbesondere bei längeren Artikeln. Lange Zitate erschweren die
Übersicht und das Auffinden Deines eigenen Textes. Nicht selten führen
sie dazu, daß ein Artikel gar nicht bis zum Ende gelesen wird; wer
sucht schon lange nach Neuem in einem Text, den er schon kennt?
Auf der anderen Seite sollte ein Zitat nicht so knapp ausfallen, daß
die Aussage des Autors unklar wird oder gar in einem völlig anderen,
falschen Licht erscheint.
2.2. Was sollte ich nicht zitieren?
Text, auf den Du nicht eingehst, solltest Du löschen. Damit reduzierst
Du den Leseaufwand bei Deinen Lesern, die nun auch nicht mehr Deine
Antwort zwischen schon bekanntem Text suchen müssen. Außerdem sparst
tausenden von Servern Übertragungs- und Speicherkapazität.
Signaturen haben normalerweise nichts mit dem eigentlichen Artikel
Deines Vorredners zu tun, und in aller Regel wirst Du auch nicht
darauf eingehen. Deshalb sollen Signaturen nicht zitiert werden. Gute
Newsreader schneiden Signaturen (auf Wunsch) beim Antworten ohnehin
automatisch ab -- jedenfalls dann, wenn sie »korrekt« durch zwei
Minuszeichen und ein Leerzeichen in einer eigenen Zeile vom Rest des
Artikels abgesetzt sind.
2.3. Warum soll ich meine Antwort nach dem Zitat plazieren?
Die normale Leserichtung ist von links nach rechts und von oben nach
unten, und man erwartet in dieser Richtung auch eine zeitliche und
logische Abfolge in den Texten, die man liest. Vor allem Leser, die
eine Menge von Artikeln lesen (und damit, nebenbei bemerkt, ideale
Antwortgeber sind), schätzen es sehr, wenn sie zuerst den Text lesen
können, auf den Du Dich beziehst. Das Zitat dient hier als
Erinnerungshilfe, die natürlich dann nicht gegeben ist, wenn Du das
Zitat ans Ende stellst.
Außerdem ist es hier so üblich. Das mag ein schwaches Argument sein.
Aber weil es ungewohnt ist, wundert man sich als Leser, worauf sich
der Autor bezieht, blättert ein wenig vor und wieder zurück,
vielleicht holt man sich den referenzierten Artikel, weil man das Ende
noch nicht lesen will, kurz: man braucht länger zum Lesen -- für
Vielleser häufig ein Grund, einen Artikel gar nicht erst zuende zu
lesen, wenn der Zusammenhang nicht klar ist.
Und jetzt mal ehrlich: sieht das nicht auch ein wenig bescheuert aus
und ist man nicht verwundert, wenn man erst die Antwort erhält und
dann die Frage gestellt bekommt? (Mal abgesehen von irgendwelchen
Gameshows, wo das üblich ist.)
Weiterhin spart Dir (ja: Dir) diese Art des Zitierens Zeit: Du
brauchst nicht zu wiederholen, was Dein Vorredner geschrieben hat, um
den Zusammenhang klar zu machen. Du stellst Deine Antwort einfach
hinter das, was Du kommentieren willst, und sofort weiß jeder, worauf
Du Dich beziehst. Dadurch wird Dir zudem klar, auf welche Teile Du
Dich nicht beziehst und kannst den entsprechenden Text einfach
löschen.
Also: Durch dieses Verfahren sparst Du Zeit, sparen Deine Leser Zeit,
und auf vielen Newsservern wird Speicherplatz und
Übertragungskapazität gespart. Genial, was man mit so simplen
Methoden alles sparen kann, nicht wahr?
2.4. Aber mein Newsreader plaziert den Cursor über dem zitierten
Text.
Ja. Damit Du die Möglichkeit hast, von oben nach unten den Text
durchzugehen und nicht benötigte Teile zu löschen. Und natürlich,
damit Du an den richtigen Stellen Deine Antwort einfügen kannst, denn
von allein kann Dein Newsreader ja nicht wissen, auf was Du eingehen
willst.
2.5. Warum soll ich den Originalartikel nicht am Ende anhängen?
Die meisten Menschen lesen einen Artikel von oben nach unten. (Du
nicht?) Oft ist das Ende eines Artikels nicht auf dem Bildschirm oder
im Fenster zu sehen. Wenn Du den kompletten Artikel Deines Vorredners
am Ende Deines Postings anhängst, können viele Leute nicht abschätzen,
ob Du noch etwas dazu schreibst oder nicht. Deshalb müssen sie erst
bis zum Ende durchblättern, um festzustellen, daß da doch nichts neues
mehr kommt. Das ist gerade für Vielleser ärgerlich. Bedenke: auch das
Überfliegen eines Artikels bis zum Ende kostet Zeit, und nicht nur der
einzelne, sondern alle Artikel zählen.
Außerdem widerspricht das Anhängen des kompletten Vorgängerartikels
dem Prinzip, nur das zu zitieren, worauf man sich bezieht. Abgesehen
davon muß ja nicht jeder Artikel x-mal (nämlich in jeder Antwort und
jeder darauf folgenden Antwort usw.) neu verbreitet werden; die
Übertragungs- und Speicherungskosten würden innerhalb kürzester Zeit
explodieren.
2.6. Eine Leerzeile zwischen zitiertem und eigenem Text? Wozu?
Zwischen zitiertem und eigenem Text eine Leerzeile einzufügen, hilft
dem Leser, beides voneinander zu trennen und leichter aufzufinden.
Keiner sucht gerne die Antwort in einem Text, den er schon kennt.
Nicht jeder Newsreader oder jedes Terminal ist in der Lage, zitierten
Text farblich oder durch anderen Schriftstil von der Antwort
abzusetzen; aber selbst wenn eine solche Kennzeichnung vorgenommen
wird, ist es für das Auge einfacher, wenn auch noch ein Leerraum
dazwischen liegt.
2.7. Wie kennzeichne ich ausgelassenen Text?
Ausgelassenen Text sollte man mit der Zeichenfolge [...] oder (...)
kennzeichnen. Die erste Variante ist dabei weiter verbreitet.
Die meisten Antwortenden löschen jedoch einfach die Zeilen aus dem
Artikel ihres Vorredners, auf die sie sich nicht beziehen wollen oder
die nicht zur Wahrung des Zusammenhangs notwendig sind, ohne dies
näher zu kennzeichnen. Dies ist selten unhöflich gemeint, sondern
spart dem Antwortenden Zeit. Den Originalkontext kann jeder Leser über
die Bezüge (»References«) wiederherstellen.
Läßt man Teile von Sätzen weg, sollte man dies aber auf jeden Fall wie
oben beschrieben markieren.
2.8. Darf ich zitierten Text neu formatieren?
Ja. Allerdings gibt es einige Menschen im Netz, die ein solches
Umformatieren unhöflich finden oder gar als »Quotemardern« bezeichnen.
Solange jedoch nur neu formatiert und die Aussage des Vorredners nicht
durch Auslassungen verändert wird, gehen solche Anwürfe meist an der
eigentlichen Diskussion vorbei und sollten keine Beachtung finden.
Schließlich kann die Originalformatierung einfach über die Bezüge
nachgelesen werden. Und in Büchern und Zeitschriften zitiert man ja
auch nicht, indem man das Original in der Formatierung 1:1 übernimmt.
Achte aber bei der Umformatierung darauf, daß die Zitatzeichen am
linken Rand erhalten bleiben.
2.9. Und wie sieht das mit Verbessern von Rechtschreibfehlern aus?
Im allgemeinen lautet die Antwort: Laß es lieber sein. Auch wenn es
gut gemeint ist, viele Leute fühlen sich bevormundet, wenn Du an ihren
Texten "Verbesserungen" anbringst. Manchmal ist ein Schreibfehler auch
Absicht, etwa wenn jemand statt »falsch« »flasch« schreibt.
Und wenn man es genau nimmt, handelt es sich dann auch nicht mehr um
ein Zitat.
2.10. Was ist mit »kaputten« Umlauten?
Manche Newsreader sind nicht in der Lage, Umlaute darzustellen oder
quoted-printable-kodierte Umlaute (z. B. =E4) in lesbare Zeichen
umzusetzen. Manchmal passiert es auch, daß ein Artikel mit defekten
Umlauten (etwa v für ö oder á für ß) ankommt. In diesen Fällen sollte
man diese »kaputten« Umlaute durch ihre Umschreibung oder »richtige«
Umlaute ersetzen. Die Leser Deines Artikels werden es Dir danken.
3. Zitatzeichen ("Quotezeichen")
3.1. Welches Zeichen soll ich als Quotezeichen verwenden?
Ein Größerzeichen (»>«). Dies wird von so gut wie jedem Newsreader als
solches erkannt und ist auch technischen (Son-of-RFC 1036 und
Nachfolger) und sozialen Regeln (Netiquette) so erwähnt.
3.2. Soll ich ein Leerzeichen nach dem Quotezeichen einfügen?
An diesem Punkt scheiden sich die Geister. Die einen finden es
ästhetischer, wenn nach jedem Zitatzeichen ein Leerzeichen eingefügt
wird. Dem wird entgegengehalten, daß dadurch beim Zitieren schon zwei
Zeichen einer Zeile verlorengehen und so bei mehrfachem Zitieren die
80 Zeichen/Zeile schneller erreicht werden. Andererseits ist es selten
notwendig, mehr als zwei oder drei Vorredner zu zitieren.
Anderen gefällt es besser, wenn der zitierte Text direkt an das
Quotezeichen anschließt. Hier gibt es aber wieder Leute, die den
zitierten Text als an das Quotezeichen »angeklatscht« und schwieriger
zu lesen finden. Als Nachteil wird von manchen auch angesehen, daß so
eine Ganzwörtersuche mit Newsreadern, die eine solche nicht von
vornherein unterstützen, schwieriger ist.
Einen Kompromiß stellt die Lösung dar, aufeinanderfolgende
Zitatzeichen ohne Leerzeichen darzustellen und erst zwischen dem
letzten Quotezeichen und dem zitierten Text ein Space einzufügen. Als
Nachteil dieser Zitierform wird teilweise empfunden, daß das
Zitatzeichen bei übernommenen Zitaten gegenüber der Einleitung des
Zitats nach links eingerückt ist, so daß für dieses Zitat kein
einheitlicher linker Rand besteht.
Welche Lösung man letztlich bevorzugt, hängt vom eigenen ästhetischen
Empfinden ab; sämtliche drei beschriebenen Formen kommen im Usenet vor
und werden von ihren Verwendern in den immer wieder auftretenden
Diskussionen mehr oder weniger heftig verteidigt.
3.3. Warum sind Initialen als Quotezeichen nicht sinnvoll?
· Aus Platzgründen. Daß das bei wenigen hintereinandergeschachtelten
Antworten nicht so schlimm ist, leuchtet ein. Es kommt aber
durchaus vor, daß vier, fünf, sechs oder noch mehr Ebenen zitiert
werden (wer das nicht glaubt, sollte mal in die Newsgroup
de.talk.bizarre schauen). In der Regel wird aber von den Autoren
rechts nicht so viel Platz gelassen, daß deren Text dann auch noch
auf einem 80-Zeichen/Zeile-Terminal dargestellt werden kann.
Diesem Punkt wird oft von den Befürworten von Initialen
widersprochen, denn die korrekte Verwendung sehe keine
Verschachtelung von Zitierebenen hintereinander vor. Vielmehr
bekämen alle Zitate die Initialen ihrer Urheber auf derselben
Ebene.
Dem ist zweierlei entgegenzuhalten: Zum einen ist auf diese Weise
oft überhaupt nicht mehr nachzuvollziehen, in welcher Reihenfolge
wer was geschrieben hat, ohne sich die Vorgängerartikel zu holen.
Zum anderen geht die Nicht-Verschachtelung zum Teufel, sobald auch
nur eine Person antwortet, die einen Newsreader einsetzt, die mit
den Initialen nichts anfangen kann. Und solche Newsreader dürften
in einer überwältigenden Mehrheit sein.
· Weil es im Usenet keinen Sinn hat. Wer soll denn bitte »P« oder von
mir aus auch »DN« sein? Was meinst Du, auf wie viele der
hunderttausenden Usenet-Leser »DN« paßt? In einer Mailbox geht das
in Ordnung, da werden gleiche Kombinationen mangels Masse nicht so
häufig auftreten.
· Weil es hier so üblich ist. Das mag ein schwaches Argument sein,
dennoch ist es schwierig, sich ein einmal angewöhntes »Look-And-
Feel« wieder abzugewöhnen. Vor allem, wenn »>« und »DN>«
durcheinander verwendet wird, fällt es schwer, alles
nachzuvollziehen. Weil man es nicht gewohnt ist, braucht man länger
zum Lesen, da man quasi dauernd über die »merkwürdige« Zitatweise
stolpert -- für Vielleser häufig ein Grund, einen Artikel gar nicht
erst zuende zu lesen.
· Weil es die automatische Zeilenumbruchfunktion von Newsreadern
durcheinanderbringen kann. Manche Newsreader formatieren bei
überlangen Zeilen den Text automatisch so neu, daß er in die
definierte Zeilenbreite paßt. Dabei orientieren sie sich an den
bisherigen Quotezeichen, um die einzelnen Quoteebenen wieder
rekonstruieren zu können. Initialen vor einem Quotezeichen sind
aber nicht eindeutig als solche zu erkennen, sondern könnten auch
normaler Text sein.
· Viele Newsreader können heute zitierten Text besonders hervorheben,
indem sie diesen in einer anderen Farbe oder mit einem anderen
Schriftstil darstellen. Dazu ist aber eine möglichst eindeutige
Kennzeichnung notwendig. Oft wird von bestimmten »Standardzeichen«
ausgegangen, die ein Zitat kennzeichnen sollen (»>«, »:«, »|«, »<«,
»#« etc.). In der Regel gehen die Programme außerdem davon aus, daß
eine Zeile, die mit einem Buchstaben beginnt, eine Text-Zeile ist
und nehmen daher diese Hervorhebung bei mit Initialen eingeleiteten
Zitaten oft nicht vor.
· Und schließlich ist es eigentlich eine Sache der Präsentation des
Newsreaders beim Leser. Wenn es dem Leser gefällt, kann er sich --
ein passendes Programm vorausgesetzt -- Initialen anzeigen lassen.
4. Wie zitiere ich aus anderen Quellen?
Von Zeit zu Zeit kommt es vor, daß man nicht nur aus dem Artikel
seines Vorredners zitieren möchte, sondern Belege zum Beispiel aus
Büchern beifügen möchte. Dazu setzt man den Text einfach in
Anführungszeichen, wie man es auch in »normalen« Texten tun würde. Bei
längeren Zitaten rückt man den Text entweder um einige Zeichen ein,
oder man verwendet wie beim Zitieren von Vorgängerartikeln ein
Zitatzeichen am linken Rand. Zur Unterscheidung wird dazu oft ein
anderes Zitatzeichen genommen, in vielen Fällen »|«. Die Verwendung
eines Zitatzeichens hat den Vorteil, daß das Zitat von bestimmten
Newsreadern auch als solches speziell gekennzeichnet wird, zum
Beispiel durch eine andere Farbe oder einen anderen Schriftstil.
Egal, für welche Zitierweise man sich entscheidet: Grundsätzlich gibt
man die genaue Quelle (Autor, Titel, Seite, evtl. Auflage,
Erscheinungsjahr und Zeitungs-/Zeitschriftentitel) an, damit andere
das Zitat nachprüfen können.
5. Danksagungen
Für hilfreiche Anregungen und Ergänzungen zu diesem Text danke ich
Nicole Simon
Peter Heirich
Markus Schmidinger
Christof Zottmann
6. Urheberrechtshinweis
Dieser Text unterliegt dem Urheberrecht. Der Autor behält sich alle
Rechte vor. Öffentliche Weiterverbreitung des Textes außer in vom
Autor veranlaßten oder genehmigten Fällen ist hiermit ausdrücklich
untersagt. Dies gilt insbesondere auch für Veröffentlichungen im World
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